Das 37. „ Joldene Spönnrad “ geht an die
"Räuber"
Laudatio
zur Verleihung des 37. Joldenen Spönnrads an die Neuss-Kölner Mundartgruppe „de Räuber“
„Denn wenn
et Trömmelche jeit“…wer kennt nicht diesen, man kann sagen karnevalistischen
Evergreen aus den 1980er Jahren,der imJahr 1993 mit seinem Debutalbum, der
Anfang der Neunziger Jahre neugegründetem „Räuber schmückte?!
Mit diesem Song, so zu sagen der
karnevalistischen Nationalhymne Kölns, haben es die „Räuber“ geschafft, auch
bundesweit bekannt zu werden.
„Denn wenn et Trömmelche jeit“, ist
neben „Schau mir in die Augen“, „Op dem
Maat“, Kölche Junge bütze joot“,
Titicacasee“ oder die „Rose“ (um nur einige wenige Räuber Hits zu nennen) einer der wohl bekanntesten
Karnevalshits des gesamten Rheinlandes und das Erkennungslied schlechthin unserer
37. Träger des Joldenen Spönnrads, der Köln- Neusser Mundartgruppe „de Räuber“.
„De Räuber“ bestehen heute aus Karl-
Heinz Brand, Kurt Feller, Wolfgang Bachem,
Matthias Kalenberg und Gino
Trovatello.
Karl – Heinz Brand ist zusammen mit
Kurt Feller einer der beiden Gründer der Band und so zu sagen geistiger Vater
der Räuber. Schlagzeuger Wolfgang Bachem ist der Wiederkehrer, nachdem er sich
ab Mitte der 1990er Jahre bis zum Jahr 2001 anderen beruflichen Projekten
widmete. Matthias Kalenberg, vormals Mitglied der kölschen Parodiste gruppe „Kalauer“ und Kölsch-
Italiener Gino Trovatello, Produzent und über Jahre auch Gastmusiker bei den
Silvestershows der Bläck Fööss in der Kölner Lanxess –Arena, stießen im Jahr
2007 in einem Abstand von nur wenigen Monaten zu den Räubern und bereichern
seitdem an den Instrumenten Bass (Kalenberg) und Gitarre (Trovatello).
„Echt Kölsch“- bezeichnender Weise,
der Titel ihres zweiten Albums, das Mitte der 1990er definitiv den Weg wies für
„ de Räuber“. Dieser Weg führte seither beständig nach oben. Spätestens 1998,
als die „Räuber“ bei der Premiere des Pavament- Albums „Ostermanns Erben“ mit
fünf Titeln gleichberechtigt neben den Bläck Fööss, Höhner und Paveier
standen, folgte der musikalische Ritterschlag: Die Band um Charly Brand,
damals noch als Trio, gehörte gerade mal sieben Jahre nach ihrer Gründung
definitiv zur Créme de la Créme in Sachen kölsche tön, zum sogenannten
„Kleeblatt“.Einen Platz, den sie sich seit fast
zwei Jahrzenten nicht mehr haben streitig machen lassen.
Der Erfolg, der mittlerweile aus
fünf Berufsmusikern bestehenden Band, lässt sich auch in Zahlen ausdrücken:
Über 150.000 verkaufte Tonträger, weit über 200 Auftriite in jeder
Karnevalssession, zudem noch ca.60 bis 70 Konzerte übers Jahr verteilt, Konzerte
in Amerika, Afrika, Österreich, Belgien, Holland und Spanien, regelmäßige TV
und Hörfunkpräsenz sowie einige Auszeichnungen wie zum Beispiel mehrfach den
närrischen Oskar, des kölner Express oder zuletzt „Dat Hätz vun Kölle“, eine
Auszeichnung des ZDF für ihre Verdienste im rheinischen Karneval.
Trotz ihres beeindruckenden Erfolges
sind „de Räuber“ Mensch geblieben. Man sagt ihnen nach, die größte Fannähe von
allen Kölschbands zu besitzen und bei ihren Konzerten ein einzigartiges „Wir“-
Gefühl zu vermitteln. Darüberhinaus beteiligen sich die „Räuber“ Jahr für Jahr
an Benefiz – und Charitéprojekten, indem Sie für den guten Zweck ihre Gage
spenden. Allein in diesem Jahr stehen ganze Zehn Benefizkonzerte in ihrem Terminkalender, so zum Beispiel im
April dieses Jahres bei einer Spendenaktion für den vierjährigen Florian aus
Kerpen, der unter einem offenen rücken leidet und mit den gespendeten Geldern
eine Pferdetherapie ermöglicht bekommt. Ohne Gage traten die „Räuber“ in diesem
Jahr unter anderem auch beim Sommerfest des Seniorenhauses ST. Anna in Köln auf
und imOktober wirken unsere neuen Preisträger bei einem Benefizkonzert
zugunsten des Förderkreises für Tumor- und Leukämieerkrankte
Kinder in Bonn mit.
Bevor wir nun das Joldenen Spönnrad
überreichen…
….möchten wir ausdrücklich auch noch
einmal an einen Mann erinnern, der 14 Jahre lang die „Räuber“ maßgeblich durch
seine humorvolle Art bereichert hat und der im Jahr 2007 mit nur 48 Jahren von
uns gegangen ist… die Rede ist von Norbert (Nobby) Campmann, der von 1193 bis
2007 feste Größe und Sympathieträger der „Räuber“ war und dem diese
Auszeichnung ebenso gebührt.
Dazu Erinnerungen von Karl-Heinz
Brand:
Norbert Campmann war nicht nur ein toller Musiker und Kollege,
sondern in erster Linie auch ein überaus herzensguter Mensch. Selten habe ich
einen Menschen erlebt, der so spontan und witzig auf –und hinter der Bühne war
und wir haben oft Tränen gelacht, wenn wir im Tourbus saßen und Nobby von
seinem jungen Leben erzählte. Mit ihm wurde es nie langweilig. Sein besonders
hervorzuhebendes Merkmal war ganz sicher
sein Sozialverhalten, denn stets war er der Erste, wenn es um Spenden
oder caritative Veranstaltungen ging.
Zudem war
Nobby ein guter Gesprächspartner, hatte gute Allgemeinbildung und hat immerzu
kreativ am Erfolg der „Räuber“ mitgearbeitet. Zusammen mit unseren zwei neuen
Bandmitgliedern Matthias und Gino werden wir in Nobby`s Sinn weitermachen und
werden sein Andenken immer in uns bewahren.
Abschließend möchte ich noch folgendes erwähnen:
Aus allem,
was die „Räuber“ anpacken, spricht vor allem eines: Persönlicher Charme und
kölsches Hätz, weltmännische Offenheit
und rheinische Verwurzelung.
Ihre Musik,
in mittlerweile über 100 Titeln auf acht Alben „dokumentiert“, ist eine
Sprache, die jeder versteht. Und darum möchte ich diese Laudatio auf „de
Räuber“ auch mit einem passenden Zitat aus ihrem Song „Kölsches Bloot“ beenden,
der genau das aussagt, wofür die „Räuber“ seit Jahren stehen: „Sulang e
Dröppche vum Kölsche Bloot noch e Kinderhätzje kloppe löss, weed
et wigger jonn.“
Wie sie
lesen können, ist uns Spönnradsbeenern, dank unserem Ehrenmützenträger Heinz
Bender gelungen, eine verdiente und vor
allem berühmte Band der Kölner Mundart für unseren Ehrenpreis zu gewinnen. Und
so wie wir die Räuber kennengelernt
haben, sin wir überzeugt, dass auch sie ein
wenig stolz sind, in einem erlauchten Kreis von bekannten Karnevalisten
aufgenommen zu werden ,die so manche Büttenreden, Lieder oder Texte für den
Frohsinn schrieben und vortrugen.
Reiner
Maßen, Pressewart, Quelle: Räuber GbR,
i.A. Michael Brand, Management
Eine Zusammenfassung aller bisherigen Spönnradsträger können Sie auf der nächsten Seite sehen.